Zivildienst
Was ist der Zivildienst?
Als Wartezeitüberbrückung und Wehrdienstersatz kommt für viele Schulabgänger der Zivildienst in Betracht. Die meisten Kriegsdienstverweigerer leisten den Zivildienst. Damit ist der Zivildienst ein Wehrersatz für den Fall, dass der Kriegsdienst aus Glaubens- und Gewissensgründen abgelehnt wird. Demnach kann jemand, der als untauglich für den Wehrdienst eingestuft wurde auch nicht zum Zivildienst herangezogen werden.
Wann muss ich den Zivildienst ableisten?
Grundsätzlich kann man bis zum 23. Lebensjahr für den Zivildienst herangezogen werden. Lässt man sich zurückstellen, erhöht sich diese Altersgrenze auf 25. Der Zivildienst dauert, wie auch der Grundwehrdienst, 9 Monate. Über den Termin für die Einberufung einigt ihr euch mit der von euch ausgewählten Zivildienststelle und schlagt diesen Termin dem Bundesamt für Zivildienst vor. In der Regel segnet das Bundesamt den Einberufungsvorschlag ab und erlässt daraufhin den Einberufungsbescheid.
Wo kann ich den Zivildienst ableisten?
Die Zivildienststelle muss vom Bundesamt für Zivildienst anerkannt sein.
Der Zivildienst wird in der Regel im sozialen Bereich oder im Bereich Umweltschutz abgeleistet.
Der Zivildienst im sozialen Bereich erfolgt meist in Form von Betreuung oder Transport in sozialen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Behinderten- und Altenheimen, Jugendhäusern, Kindergärten oder ähnlichem. Dabei dürft ihr jedoch nicht vor der Einberufung bereits in der Einrichtung tätig gewesen sein. Im Bereich des Umweltschutzes werden zumeist Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete gepflegt. Eine Orientierungshilfe für mögliche Zivildienststellen bietet die Zivildienstbörse des Bundesamts für Zivildienst im Internet.
Ein Zivildienstleistender soll keine Arbeitskraft ersetzen. Eure Tätigkeit sollte maximal 1/8 einer Arbeitsstelle ausfüllen.
Wie viel Geld bekomme ich?
Wie auch beim Wehrdienst erhaltet ihr als Zivildienstleistender Sold, Weihnachtsgeld, Entlassungsgeld und Reisekosten. Zusätzlich bekommt ihr beim Zivildienst Verpflegungsgeld, falls die Dienststelle euch keine Mahlzeiten zur Verfügung stellen kann. Ferner könnt ihr unter bestimmten Voraussetzungen Kleidergeld, Miet-, Mietnebenkosten und Fahrkosten erstattet bekommen. Die Dienststelle darf euch keine zusätzlichen Zahlungen gewähren.
Der Sold für den Zivildienst liegt anfangs bei 9,41 € pro Tag. Ab dem 4. Monat erhöht sich der Sold auf 10,18 €, ab dem 7. Monat auf 10,95 € pro Tag. Das Entlassungsgeld beträgt 690,24 €, das Weihnachtsgeld 172,56 €.
Neben den Zuschlägen bekommt ihr als Zivildienstleistender noch Ermäßigungen in vielen Einrichtungen.
Welche Vorteile hat der Zivildienst?
Der Zivildienst hat gegenüber dem Wehrdienst den Vorteil, dass er unter Umständen besser bezahlt wird. Beim Wehrdienst wird davon ausgegangen, dass ihr in der Kaserne wohnt, dort die Mahlzeiten einnehmt und die Bundeswehrkleidung tragt, was beim Zivildienst nicht der Fall ist. Diese nicht in Anspruch genommenen Leistungen bekommt ihr beim Zivildienst erstattet.
Darüber hinaus kann euch der Zivildienst in Einzelfällen auf die Ausbildung angerechnet werden. Im Moment führt das Bundesamt für Zivildienst ein Modellprojekt zur Anrechnung des Zivildienstes auf die Ausbildung zum Alten- bzw. Krankenpfleger durch. Solltet ihr einen Beruf im sozialen Bereich anstreben, könnte euch der Zivildienst bei der Orientierung behilflich sein. Der Zivildienst steigert auch die Quote der Männer in sozialen Berufen.
Viele Zivildienstleistende bevorzugen den Zivildienst, da sie so einen direkten Beitrag für die Gesellschaft leisten können.
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