Jura / Rechtswissenschaft

Das Studium der Rechtswissenschaft wird in Deutschland umgangssprachlich auch Jurastudium genannt. Diese Bezeichnung leitet sich vom lateinischen “ius” ab, was so viel wie “Recht” bedeutet.

Hier findet ihr einen Erfahrungsbericht zum Jurastudium.

Womit befasst sich die Rechtswissenschaft?

Die Rechtswissenschaft/ das Jurastudium gehört zur Gruppe der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und befasst sich mit dem geltenden Recht, seiner begrifflichen und systematischen Durchdringung sowie der Auslegung. Darüber hinaus beschäftigen sich die Studierenden mit dem geschichtlichen Hintergrund des Rechts und seinen Bezügen zu anderen Bereichen wie der Sozialstruktur, Wirtschaft und Politik.

Wie ist das Jurastudium aufgebaut und was erwartet mich?

Während des Studiums, welches sich in ein drei- oder viersemestriges Grundstudium und ein Hauptstudium unterteilt, wird sowohl die formal-abstrakte Denkweise in Bezug auf die normative Rechtsordnung gelehrt als auch die speziellen Lebenssachverhalte, die von Fall zu Fall unterschiedlich sind, beachtet. Am 11.Juli 2002 trat ein Gesetz zur Reformierung zur Ausbildung der Juristen in Kraft, dieses hatte zur Folge, dass nicht nur die Ausbildungsinhalte sondern auch die Prüfungsinhalte umfassend modernisiert wurden. Die in Form eines Zweistufensystems wurde jedoch beibehalten. Auch auf die Einheitlichkeit der Berufsqualifikation wurde weiterhin geachtet. Ziel der Reform war die bessere Vorbereitung des „juristisches Nachwuchses“ auf das Berufsleben, hier fokuszierte man besonders die Praxis des Anwalts. Während des gesamten Studiums beschäftigt man sich unter anderem mit den Kernbereichen des Strafrechts, des Bürgerlichen Rechts, des öffentlichen Rechts und Verfahrensrecht. Immer wieder werden außerdem auch Bezüge zum Europarecht hergestellt. Eine Einführung in das geschichtliche, philosophische und gesellschaftliche Basiswissen zählt ebenfalls dazu. Ungefähr ab dem sechsten Semester beginnt die Auswahl des gewünschten Schwerpunktbereiches. Beispielsweise können die Studenten sich zwischen den Modulen Arbeits- und Versicherungsrecht, Recht der Informationsgesellschaft, deutsche und internationale Strafrechtspflege, Medienrecht oder internationales, europäisches und ausländisches Privat- und Verfahrensrecht entscheiden. Schlüsselqualifikationen können z.B. im Gebiet des Verhandlungsmanagements, der Rhetorik, der Streitführung und Kommunikationsfähigkeit erworben werden. Hinzu kommt noch eine Ausbildung im Bereich der Fremdsprachen. Das Richtergesetz sieht eine Regelstudienzeit von einer Dauer von vier Jahren vor. Sollte man sich für die Möglichkeit eines Bachelorstudienganges entscheiden werden zusätzlich noch Inhalte wie Wirtschaftswissenschaften gelehrt. Hier kann man auch die Option in Betracht ziehen Wirtschaftsrecht zu studieren.

Muss man während des Jurastudiums Praktika absolvieren?

Innerhalb der vorlesungsfreien Zeit sollte man seine praktischen Tätigkeiten absolvieren. Hierbei ist eine Dauer von mindestens drei Monaten vorgeschrieben, dem Studierenden steht es dabei frei, ob er diese im In- oder Ausland verbringt. Das Praktikum sollte genutzt werden, um erste Kontakte für den späteren Berufseinstieg zu knüpfen.

Mit welchen Abschluss beendet man das Jura-Studium?

Das rechtswissenschaftliche Studium an einer Universität schließt mit der Prüfung für das erste Staatsexamen ab. Dieses befähigt jedoch nicht zum Beruf eines Anwalts, Richters u.s.w. Hierfür ist das zweite Staatsexamen, welches man nach einem zweijährigen Vorbereitungsdienst und nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung vor der Anwaltskammer erhält, zwingende Voraussetzung.  Bei der Wahl des Bachelorstudienganges schließt man mit dem Bachelor ab. Beachten muss man auch hier, dass dieser nicht zum Volljuristen befähigt.

Welche beruflichen Möglichkeiten hat man nach dem Jurastudium?

Absolventen des Bachelorstudienganges werden in der Regel im Bereich der Wirtschaft tätig. Volljuristen praktizieren meist als Rechtsanwälte/-innen, führen also eine freiberufliche Tätigkeit aus. Man kann aber auch in den Staatsdienst treten und als Richter oder Staatsanwalt arbeiten. Des Weiteren besteht die Möglichkeit im Notariatswesen oder in der Wirtschaft tätig zu werden.

An welchen Universitäten bzw. Hochschulen kann man Jura studieren?

  • Universität Augsburg
  • Universität Bayreuth
  • Freie Universität Berlin
  • Humboldt-Universität Berlin
  • Bielefeld Ruhr-Universität Bochum
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Universität Bremen
  • TU Darmstadt
  • Technische Universität Dresden
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Universität Erfurt
  • Freie Universität Berlin
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Europa-Universität Viadrina (Frankfurt an der Oder)
  • Universität Freiburg
  • Justus-Liebig-Universität zu Gießen
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • Universität Mannheim
  • Fernuniversität Hagen
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Bucerius Law School Hamburg
  • Leibniz Universität Hannover
  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Universität Kassel
  • Christian-Albrechts-Universität Kiel
  • Universität Köln
  • Universität Konstanz
  • Universität Leipzig
  • Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Universität Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Universität Osnabrück
  • Universität Passau
  • Universität Potsdam
  • Universität Regensburg
  • Universität Rostock
  • Universität des Saarlandes (Saarbrücken)
  • Universität Siegen
  • Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
  • Universität Trier
  • Eberhard-Karls-Universität Tübingen
  • Bergische Universität Wuppertal
  • Universität Würzburg






Hochschulverzeichnis

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