Erfahrungsbericht zur PTA-Ausbildung
von Conny K., Bernd- Blindow- Schule, Berlin
Wie ist die PTA-Ausbildung aufgebaut?
In der Regel beträgt die Ausbildungszeit 2½ Jahre. Die ersten zwei Jahre verbringt man in einer Lehranstalt für pharmazeutisch- technische Assistenten bzw. Assistentinnen. Man hat Fächer wie Arzneimittelkunde, Chemie, Botanik, Galenik, Gefahrstoffkunde, Medizinproduktekunde, Ernährungslehre, Körperpflegekunde, Physikalische Gerätekunde, Mathematik, Gesetzeskunde, Apothekenpraxis, sowie Deutsch, Englisch und Wirtschafts- und Sozialkunde. In diesen Fächern werden dann auch in den jeweiligen Semestern Klausuren geschrieben. Während des Lehrgangs an der Schule hat man auch Praktika in Chemie (1.-4. Semester), Galenik (1.-4-Semester) und Botanik (3.-4. Semester). Dort finden dann in jedem Semester praktische Überprüfungen statt. In Chemie beginnt es im 1. Semester damit, dass man heraus finden muss, welche Ionen in einer Lösung vorhanden sind. Später prüft man dann anhand von Monographien Ausgangsstoffe auf Identität und Reinheit und überprüft somit, ob wirklich der Stoff drin ist, wie er beschriftet ist, oder ob er vielleicht zu sehr verunreinigt oder gar ausgetauscht worden ist. In Galenik stellt man selber Arzneiformen wie Salben, Cremes, Gele, Pasten, Kapseln, Pulver, Suspensionen, Emulsionen, Zäpfchen, Globuli und Tees her. Hierzu ist immer ein Etikett anzufertigen, mit dem Haltbarkeitsdatum, der Anwendung, sowie Hinweise auf vor Licht geschützte Lagerung oder Ähnliches. Die angefertigten Arzneiformen werden dann auf Gewicht und Reinheit überprüft und dann demzufolge mit Punkten von 0-5 versehen, wobei 5 das Beste ist. In Chemie und auch Galenik sind zu allen Überprüfungen bzw. Anfertigungen Protokolle zu erstellen, die dann ebenfalls benotet bzw. mit Punkten versehen werden. In Botanik werden im 3. Semester einzelne Pflanzenbestandteile mikroskopiert. Im 4.Semester mikroskopiert man bestimmte Pflanzen und sucht bestimmte Merkmale nach der Monographie. Des Weiteren bekommt man Gemische aus 3-5 Bestandteilen und muss die einzelnen Bestandteile erkennen und zu diesen den Pflanzennamen auf Deutsch, sowie auf Lateinisch, die Pflanzenfamilie und die Anwendung wissen. Während der 2-jährigen schulischen Ausbildung muss innerhalb der Ferien ein 160-stündiges Praktikum (4 Wochen) in einer Apotheke absolviert werden. Des Weiteren muss während dieser Zeit ein 16-stündiger Erste- Hilfe- Kurs vollzogen werden. Am Ende der schulischen Ausbildung folgt dann der erste Prüfungsabschnitt. Dieser besteht aus schriftlichen, mündlichen, sowie praktischen Prüfungen. Schriftlich geprüft werden:
- Galenik (120 min.)
- Botanik (120 min.)
- Arzneimittelkunde (180 min.)
Mündlich geprüft werden: (15 min.)
- Gefahrstoffkunde
- Gesetzeskunde
- Medizinproduktekunde
Praktisch geprüft werden:
- Chemie (hier müssen innerhalb von 6 Stunden 2 Monographien, d.h. 2 Stoffe geprüft werden)
- Galenik (hier müssen innerhalb von 6 Stunden 4 Arzneiformen hergestellt werden)
- Botanik (hier muss eine Droge anhand der Monographie bearbeitet werden, d.h. es müssen die entsprechenden Merkmale mikroskopisch gefunden werden. Des Weiteren müssen in einem Gemisch die einzelnen Bestandteile gefunden werden)
Nur wenn man in allen Prüfungen mindestens 50% erreicht hat, kann man das halbjährige Praktikum beginnen. Wenn man mindestens eine Prüfung nicht bestanden hat, d.h. weniger als 50% erreicht hat, muss man ein halbes Jahr aussetzten und dann beim nächsten Mal die Prüfung noch einmal wiederholen. Während diesem halben Jahr kann man das entsprechende Fach nochmal besuchen. Man hat jedoch nur eine Wiederholungsmöglichkeit. Besteht man diese wieder nicht, ist es mit der Ausbildung vorbei, bzw. muss man diese von vorne beginnen. Hat man den gesamten ersten Prüfungsabschnitt geschafft, beginnt das halbjährige Praktikum in einer Apotheke. Hier bekommt man Einblicke in die praktischen Abläufe, wie z.B. die Warenbestellung, Einsortierung und vor allem das Kundengespräch, aber auch in der Rezeptur. Während dieser Zeit ist ein Tagebuch anzufertigen, indem man 2 sich selbst auserwählte Themen behandelt. Des Weiteren müssen 4 Rezepturen angefertigt und 4 Überprüfungen durchgeführt und entsprechend dokumentiert werden. Nach dem halben Jahr findet dann der zweite Prüfungsabschnitt statt. Dieser besteht aus einer mündlichen Prüfung im Fach Apothekenpraxis (30 min.). Hier werden beispielsweise Rezepte oder Arzneimittel vorgelegt, Themen aus dem Tagebuch abgefragt oder saisonbedingte Probleme angesprochen. Es können jedoch auch Fragen aus anderen Gebieten, wie z.B. Medizinproduktekunde, Ernährungslehre oder Arzneimittelkunde abgefragt werden. Im Prinzip kann alles geprüft werden, was einem in der Apotheke irgendwie begegnet. Erfahrungsgemäß ist diese Prüfung meist zu bestehen und es fällt dort kaum einer durch. Hat man auch den zweiten Prüfungsabschnitt erfolgreich bestanden, kann man sich nun als staatlich geprüfte(r) pharmazeutisch- technische(r) Assistent(in) betiteln.
Muss man für die Ausbildung viel lernen?
Aus meiner Sicht ist es eine sehr lernintensive Ausbildung. Allein im Fach Arzneimittelkunde ist es sehr viel Lernstoff und auch die anderen Fächer sind nicht zu unterschätzen.
Was sind die Voraussetzungen für die Ausbildung?
Voraussetzung ist mindestens der Realschulabschluss, d.h. die mittlere Reife. Man sollte außerdem Interesse und auch gute Vorkenntnisse bzw. Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern aufweisen. Des Weiteren sollte einem Laborarbeit Spaß bereiten, da man 2 Tage in der Woche immer im Labor verbringt.
Wie sind die Kosten für die Ausbildung?
An einer privaten Schule, wie die Bernd-Blindow-Schule ist die Ausbildung sehr kostenintensiv. Ich musste damals (2005-2007) um die 325 € monatlich zahlen, wobei der Preis meiner Erkenntnis nach noch erhöht worden ist. Staatliche Schulen wie z.B. der Lette Verein verlangen meist weniger (um die 200 €). Es kommen jedoch noch Kosten hinzu für Bücher, Glasgeräte, Laborkleidung, sowie Prüfungsgebühren. In einigen Fällen ist es jedoch auch möglich BAföGzu beantragen.
Wie sind die Jobchancen?
Ich schätze die Jobchancen für sehr gut ein. Schaut man auf die Seite der Apothekenkammer oder in pharmazeutische Zeitungen findet man eigentlich immer Stellenangebote.
Was kann ich verdienen?
Das Gehalt ist tariflich festgelegt. Der monatliche Lohn ist dabei nach den Berufsjahren gestaffelt. (Stand 01.01.2010, brutto) 1.-2. Berufsjahr 1.801,00 € 3.-5. Berufsjahr 1.896,00 € 6.-8. Berufsjahr 2.070,00 € 9.-14. Berufsjahr 2.257,00 € Ab 15. Berufsjahr 2.353,00 € Weitere Informationen zur Ausbildung zur PTA findet Ihr hier
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