Erfahrungsbericht zum Studiengang Wirtschaftsrecht

bild-erfahrungsbericht-jurastudiumDer Studiengang Wirtschaftsrecht wird vor allem von Fachhochschulen angeboten, kann jedoch auch an Universitäten durch Jura-Abschluss und Spezialisierung auf Wirtschaftsrecht erreicht werden.

Da ich an einer Fachhochschule studiere, kann ich folglich nur von meinen Erfahrungen an einer FH berichten.

Was kann man allgemein zum Studium Wirtschaftsrecht sagen?

Das Studium Wirtschaftsrecht verbindet den Studiengang der BWL mit dem klassischen Jurastudium.

Dabei wird man darauf vorbreite,t zu späterer Zeit in der Wirtschaft oder in wirtschaftsnahen Dienstleistungsunterneh­men tätig zu werden. Die Arbeit vor Gericht, beispielsweise als Anwalt oder Richter, ist mit Abschluss dieses Studiengangs nicht möglich, da dafür einzig und allein das 2. Staatsexamen in Jura berechtigt.

Man sollte sich also zunächst einmal die Frage stellen:

„Möchte ich später vor Gericht arbeiten oder nicht?”

Kann man diese Frage für sich verneinen und trotzdem ein Interesse in rechtlichen Fragestellungen feststellen, so ist dies ein idealer Ausgangspunkt für das Studium in Wirtschaftsrecht.

Dabei liegt der Schwerpunkt der rechtlichen Betrachtungen vor allem im Zivil- und Handelsrecht, also in den Rahmenbedingungen für den freien Wirtschaftsverkehr.

Dies umschließt Themen des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) oder HGB (Handelsgesetzbuch) ebenso wie Aspekte des Steuerrechts, Gesellschaftsrechts oder Arbeitsrechts, sodass man eine große Bandbreite an juristischem Grundwissen vermittelt bekommt. Dieses kann punktuell nach den eigenen Vorlieben durch Wahlpflichtmodule ergänzt werden. Zum Ende des Bachelorstudiums erfolgt eine zunehmende Spezialisierung zu einzelnen Rechtsthemen.

Verbindung von juristischem Wissen mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen

Der juristische Part ist nur eine Seite der Medaille dieses Studiengangs und wird mit  wirtschaftswissenschaftlichem Know-how ergänzt. Themen dabei sind unter anderem das Rechnungswesen, die Bilanzierung und das Controlling.

Zusätzlich werden Grundfragestellungen der BWL und der VWL in das Studium integriert und man erhält somit einen guten Überblick über die wirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge.

Am Ende steht ein breites Grundlagenwissen zu sämtlichen wirtschaftsrelevanten Unternehmensbereichen und deren Zusammenspiel.

Die Aufteilung zwischen Jura und  BWL ist zumeist mit einem Prozentanteil von 60:40 gewichtet, kann jedoch zwischen den einzelnen Hochschuleinrichtungen leicht variieren und um Schlüsselqualifikationen erweitert werden.

Zusätzlich ist eine Fremdsprachenausbildung in das Studium integriert, dessen erfolgreiches Bestehen Voraussetzung ist für den Gesamtabschluss ist. Mittels eines Stufensystems werden zunächst Grundlagen aus der Schulzeit aufgearbeitet werden und um wirtschaftsspezifische Themen erweitert. Je nach sprachlicher Orientierung und Stärke kann der Student diese Sprachausbildung noch einmal erweitern.

Abgerundet wird die Hochschulausbildung mit einem 1-semestrigen Praktikum in einem Unternehmen, in dem erste Praxiserfahrungen gesammelt werden können. Dabei hat man die Möglichkeit bereits als Student auf sich aufmerksam zu machen und mit etwas Glück und Geschick vielleicht schon seinen zukünftigen Arbeitsgeber von sich zu überzeugen.

Ablauf Studium:

Die Regelstudienzeit für das Bachelorstudium liegt zwischen 6-7 Semestern, wobei der Trend klar hin zu 7 Semester geht. Im letzten Semester steht dann die Bachelorarbeit ganz im  Mittelpunkt, die mit einer mündlichen Prüfung (Kolloquium) endet.

Im Anschluss daran hat der Student die Möglichkeit in 3-4 Semester auch noch den Master in Wirtschaftrecht abzulegen.

Voraussetzung dafür sind der erfolgreiche Bachelorabschluss und etwaige Zulassungsverfahren, welche wiederum spezifisch durch die einzelnen Hochschulen geregelt werden.

Praktika:

An den meisten Fachhochschulen wird ein Vorpraktikum von bis zu 3 Monaten im kaufmännischen oder juristischen Bereich verlangt. Jedoch kann diese Zugangsvoraussetzung auch mit einer kaufmännischen Ausbildung erfüllt werden. Zu diesen Fragestellungen ist es ratsam sich an die jeweilige Hochschule zu wenden und individuelle Beratung einzuholen.

Abschluss:

Bachelor, Master, Diplom (auslaufend)

Tätigkeitsfelder:

Die Einsatzmöglichkeiten für die Absolventen dieses Studiengangs sind ebenso breit gefächert wie das Studium selbst.

Wirtschaftsjuristinnen und Wirtschaftsjuristen können beispielsweise in Unternehmen, Kanz­leien und wirtschaftsberatenden Berufen tätig sein und dabei steuer- und unternehmensberatend wirken. Ebenso ist die Arbeit in wirtschafts- und insolvenzrechtlich ausgerichteten Rechtsanwalts­kanzleien eine Option. Aber auch der Gang in die Anstalten der öffentlichen Verwaltung ist eine Möglichkeit, die sich mit diesem Studienweg erschließt.

Häufig arbeiten Wirtschaftsjuristinnen und Wirtschaftsjuristen aber auch in Personalabteilungen von mittelständischen oder großen Wirtschaftsunternehmen.

Beispiele für Hochschulen:

Hochschule Aschaffenburg, Hochschule Osnabrück, Hochschule Wiesbaden, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Hochschule Wismar, Hochschule Frankfurt, Hochschule Köln

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