Erfahrungsbericht zum dualen Studium, Studiengang Mechatronik
von Tobias N., DHBW Mannheim
An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim wird in zwei Fakultäten unterrichtet. Zum einen die Fakultät Wirtschaft mit den Bereichen Betriebswirtschaft, Digitale Medien und Wirtschaftsinformatik, und zum anderen die Fakultät Technik, die in die Studiengänge der Informatik und des Ingenieurwesen unterteilt wird.
Mittlerweile studieren über 5000 junge Leute in über 24 Studiengängen an der DHBW.
Wie ist das Studium strukturiert?
Bevor man ein Studium an der DHBW beginnen kann, muss die/der StudentIn sich bei einem Unternehmen bewerben, welches ein Duales Studium an der Hochschule anbietet. Ist die Bewerbung geglückt, fungiert das Unternehmen als praktische Ausbildungsstätte.
Das Duale Studium sieht vor, dass das Studium in Theorie- und Praxisphasen unterteilt ist, welche alle 3 Monate wechseln. Die Theorie wird an der Hochschule vermittelt, der Praxisteil erfolg dann in den jeweiligen Unternehmen.
Beim Studiengang Mechatronik läuft das Ganze dann wie folgt ab, von Oktober bis Dezember und von April bis Juni sind die theoretischen Vorlesungen an der DHBW.
Zum Theorieblock allgemein ist zu sagen, dass es sehr an Schulunterricht vom Ablauf her erinnert. Die Vorlesungen starten morgens gegen 8 Uhr und es ist keine Seltenheit, dass Mensch die Hochschule nicht vor 18 Uhr verlässt. Die Kurse bestehen meistens aus 20 – 30 Leuten, und es kommt einem Klassenverband gleich. Die Vorlesungen halten meistens freie DozentInnen aus Industrie und Wirtschaft, welche mehr oder minder gute didaktische Fähigkeiten besitzen. Die Mechatronik sieht u. a. Vorlesungen in Elektrotechnik, Maschinenbau, Micro-Controller, Werkstoffkunde, Informatik aber auch BWL und Recht vor.
Zum Ende jedes Theorieblocks werden in den meisten Fächern Klausuren geschrieben. Vereinzelt werden auch nur Teilklausuren oder praktische Aufgaben (z.B. HTML-Programmieraufgaben) gestellt.
Danach geht es in die Praxisphase in das jeweilige Unternehmen. Hier durch läuft die/der StudentIn dann verschiedene Abteilungen und lernt die praktische Arbeit im Betrieb kennen. Auch hierbei ist es wieder sehr unterschiedlich wie qualitativ die Ausbildung abläuft. Die Erfahrung der Unternehmen mit dualen StudentInnen spielt da eine große Rolle und sollte schon bei der Bewerbung abgewogen oder erfragt werden.
Die eigentlichen Arbeiten im Unternehmen sind meistens kleine eigene Projekte oder Gruppenarbeiten mit anderen StudentInnen zusammen, oder alltäglich anfallende Aufgaben der jeweiligen Bereiche. Zudem stellt die DHBW noch Aufgaben, die bis zur nächsten Praxisphase eingereicht werden müssen, so z.B. Konstruktionsentwürfe oder Vorträge.
Nach jedem vollendeten Studienjahr muss die/der StudentIn einen Praxisbericht verfassen. Hier soll zum einen beschrieben werden, wie die Tätigkeiten im Betrieb aussahen, zum anderen soll kritisch reflektiert werden, ob es einen Bezug zu den Vorlesungsinhalten etc. gegeben hat.
Abgeschlossen wird das Studium nach 6 Semestern mit der Bachelor – Arbeit, die in der letzten Praxisphase verfasst wird. Mensch erhält nach bestandener Prüfung den Titel Bachelor of Engineering und kann anschließend darauf aufbauend einen Masterstudiengang belegen.
Welche Vorteile hat ein Duales Studium?
Der größte Vorteil ist, dass man von seinem jeweiligen Unternehmen vergütet wird und keinerlei Unterstützung beantragen muss. Die finanzielle Unterstützung variiert allerdings wieder unter den Betrieben, manche zahlen ein festes „ üppiges” Gehalt, von dem die/der StudentIn dann alles weitere wie Studiengebühren, Wohnung etc. bezahlen muss. Andere Unternehmen zahlen dagegen eine normale Vergütung, wie sie bspw. Auszubildende bekommen. Dafür werden dann aber Sonderzahlungen für Wohnung und Studiengebühren übernommen.
Weitere Vorteile sind die kurze Regelstudienzeit von nur 6 Semestern, dass die Kursstärke relativ klein ist und so eine Mitarbeit gut möglich ist. Außerdem sind die Vorlesungen sehr praxisbezogen und die DozentInnen wissen, wovon sie erzählen.
Zudem ist es sicher für den beruflichen Werdegang von Vorteil, wenn man schon während des Studiums ein Unternehmen an der Hand hat. Die/der StudentIn lernt schon im Studium alltägliche Arbeitsprozesse und -Abläufe kennen. Sie oder er wird in der Teamfähigkeit geschult und kann so soziale Kompetenzen sammeln. Außerdem ist das Unternehmen auch daran interessiert seine zukünftigen Mitarbeiter zielgerichtet auszubilden.
Welche Nachteile hat das Duale Studium?
Durch die doch sehr kompakten Vorlesungspläne bleibt wenig Zeit zum lernen und zum Vertiefen der Inhalte. Dies ist besonders auffällig am Ende jedes Theorieblocks. Hier muss man oftmals 8 Klausuren in 2 Wochen schreiben,´so dass die Inhalte der ersten Klausuren schnell vergessen werden.
In den Praxisphasen muss die/der StudentIn sich jedes Mal in eine neue Abteilung, mit neuen Aufgaben reinarbeiten. Dazu gesellen sich dann noch verschiedene Aufgaben von der Hochschule und Praxisberichte. Es ist also Stress pur.
In den meisten Fällen sind die Ausbildungsunternehmen auch nicht in oder um Mannheim angesiedelt, so dass die/der StudentIn sich noch dazu eine zweite Wohnung nehmen muss. Das bedeutet zusätzliche finanzielle Belastung, denn es ist auch sehr schwierig möblierte Apartments oder Zimmer für nur 3 Monate an zu mieten.
Fazit
Das Duale Studium nimmt sehr viel Freizeit in Anspruch, allerdings ist man in kurzer Zeit fertig und wird noch dazu finanziell unterstützt. Der Ausbildungsgrad ist aber sehr unterschiedlich, und hängt von den jeweiligen Unternehmen und den Dozenten ab.
Es ist auch gänzlich falsch, wie oft angenommen wird, dass ein Duales Studium an der DHBW eine Berufsausbildung mit einschließt.
Weitere Informationen zum dualen Studium findet ihr hier: Duales Studium
Tags: duales Studium, Mechatronik


