Erfahrungsbericht: Ausbildung zur staatlich geprüften Modedesignerin

© Olga Komarova - Fotolia.comWo wird die Ausbildung angeboten?

Es ist möglich, die Ausbildung zum/zur Modedesigner/in sowohl an privaten Berufsfachschulen als auch an staatlichen Oberstufenzentren zu absolvieren. Hierbei ist zu beachten, dass das Schulgeld an den privaten Schulen wesentlich höher ist, als an staatlichen Schulen.

In Berlin kann man die Ausbildung an folgenden Schulen absolvieren: Lette-Verein, BEST-Sabel, ESMOD, OSZ für Bekleidung.

Wie bewirbt man sich für einen Ausbildungsplatz?

Die Bewerbung muss in der Regel ein Motivationsschreiben, einen Lebenslauf und erforderliche Zeugnisse enthalten. Falls diese Unterlagen die Schule überzeugen sollte, wird man zu einem Eignungstest eingeladen, zu dem eine Bewerbungsmappe mit selbst angefertigten Zeichnungen mitzubringen ist. Diese Zeichnungen können Naturstudien, Stillleben, Kollagen, Modezeichnungen, ggf. selbst genähte Kleidungsstücke etc. enthalten, wobei natürlich nicht vorausgesetzt wird, dass man bereits die Fähigkeiten besitzt, die man erst im Laufe der Ausbildung erwirbt. Beim Eignungstest hat man seine Bewerbungsmappe überzeugend zu präsentieren und im anschließenden Bewerbungsgespräch wird nach der Motivation gefragt, weshalb man sich für diese Ausbildung an speziell dieser Schule bewirbt und ob eventuell bereits Vorkenntnisse vorhanden sind.

Außerdem ist es empfehlenswert an den vor Beginn des Bewerbungsverfahrens angebotenen Tagen der offenen Tür, Schnuppertagen, die ein Einblick in Ausbildung verschaffen sollen, und Kursen, wie z.B. einem Mappenkurs, teilzunehmen. In einem solchen Mappenkurs werden einem die Anforderungen an die Bewerbungsmappe näher gebracht und zugleich erhält man Unterstützung bei der Anfertigung derselben.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung hat üblicherweise eine Dauer von 3 Jahren, worin ein drei-monatiges Praktikum enthalten ist. Bei einer schulischen Ausbildung beträgt die Unterrichtszeit durchschnittlich 36 Unterrichtsstunden pro Woche. Bei privaten Schulen ist grundsätzlich davon auszugehen, dass in den jeweiligen Klassen weniger Schüler sein sollten, als bei öffentlichen Schulen, sodass die Lernatmosphäre besser ist und die Dozenten mehr Zeit pro Schüler zur Verfügung haben.

Innerhalb der drei-jährigen Ausbildung variieren die Unterrichtsfächer, sodass insgesamt folgende Fächer unterrichtet werden:

  • berufsfeldbezogener Lernbereich:
    • Kunst- und Kulturgeschichte
    • Textilkunde
    • Kostümgeschichte
    • anatomisches Zeichnen
    • Geschichte des Designs
    • CAD / Computergrafik
    • Fertigungstechnik
    • Bekleidungsgestaltung
    • Schnittkonstruktion
    • Kollektionsgestaltung
    • Modepräsentation
  • berufsübergreifender Lernbereich:
    • Deutsch
    • Englisch, Spanisch oder Italienisch
    • Sozialkunde
    • Betriebswirtschaftslehre (BWL)
    • Informatik

Muss man während der Ausbildung viel lernen?

Meiner Meinung nach ist die Ausbildung zwar lernintensiv, jedoch nicht in dem Maße, dass ich keine Freizeit mehr habe. Da man während der Ausbildung sowohl Klausuren schreibt, als auch sog. Abgaben (z.B. selbst genähte Kleidungsstücke oder Zeichnungen) zu erfüllen hat, überschneiden sich zeitweise das Lernen mit dem Gestalten. Dies kann zu zeitlichen Engpässen führen, die aber durch eine strukturierte Organisation gut zu bewältigen sind. Außerdem ist noch zu sagen, dass in den theoretischen Fächern wie BWL, Kunst- und Kulturgeschichte, Textilkunde etc. mehr zu lernen ist, als in den gestalterischen Fächern. Jedoch muss man für die gestalterischen Fächer auch regelmäßig üben, wie z.B. nähen oder zeichnen.

Was sind die Voraussetzungen für die Ausbildung?

Für die Ausbildung zum/zur ModedesignerIn wird ein Mittlerer Schulabschluss (MSA) vorausgesetzt. Des Weiteren wird für die Bewerbung eine selbst angefertigte Bewerbungsmappe benötigt. Außerdem ist der Eignungstest erfolgreich zu absolvieren und man sollte künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten besitzen.

Wie hoch sind die Kosten für die Ausbildung?

Die Höhe des Schulgeldes für die Ausbildung ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, an welcher Art von Schule (privat oder öffentlich) man Modedesign lernt. Bei den privaten Schulen ist jedoch von einem Durchschnitt von 400 € (80 – 700 €) pro Monat auszugehen.

Hierzu treten außerdem u.a. die Kosten für eine Nähmaschine. Die Schule stellt zwar Nähmaschinen zur Verfügung, jedoch ist es praktischer, eine eigene Nähmaschine für zu Hause zu besitzen. Zusätzlich fallen noch Kosten für Stoffe, Blöcke, Farben, Pinsel etc. an.

Es gibt die Möglichkeit Schüler-BAföG oder KfW-Bildungskredite zu erhalten, sofern die Voraussetzungen hierfür erfüllt werden. An manchen Schulen wird zudem noch ein Geschwisterrabatt angeboten.

Wie sind die Jobchancen nach der Ausbildung?

Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung trägt man den Titel eines staatlich geprüften Modedesigners. Man kann nicht nur Kostüme für Theater oder Filme entwerfen, sondern auch eigene Kollektionen entwickeln oder für große und kleine Modehäuser arbeiten. Außerdem hat man die Möglichkeit an der Entwicklung von Berufsbekleidung mitzuwirken oder auch sein eigenes Geschäft mit dem selbst entworfenen Mode-Label zu eröffnen. Hierbei habe ich nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten aufgezählt, die einem mit der abgeschlossenen Ausbildung offen stehen.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier: Ausbildung zum/r Modedesigner/in

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