Fachkräftemangel beschert Studienabbrechern Jobchancen
Erschreckend viele Studenten brechen ihr Studium in den Fächern Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften ab. Ein Job in diesem Bereich ist dann immer noch möglich sofern man die Möglichkeiten kennt.
Ingenieure und andere Fachkräfte werden in Deutschland händeringend gesucht. Selbst Studienabbrecher haben daher sehr gute Jobchancen. Wer ein Studium im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) nicht zu Ende gebracht hat, kann also immer noch Karriere machen.
Im April waren im MINT-Bereich rund 280 000 Stellen unbesetzt, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Viele Studenten brechen ihr Studium in diesem Bereich ab. In den Fächern Elektrotechnik und Maschinenbau z.B. werfen den Angaben nach an deutschen Universitäten rund 53 Prozent der Bachelor-Studenten das Handtuch. In der Mathematik sind es 55 Prozent und in der Informatik 47 Prozent.
Abbrechern bleiben aber dennoch viele Möglichkeiten. So könnte ein Hochschul- oder Studiengangwechsel infrage kommen. Es gibt häufig sehr ähnliche Studiengänge, die sich nur anders nennen. Wenn man also beispielsweise zu viel Informatik in seinem Studiengang hat und lieber mehr technische Elemente möchte, dann kann es sein, dass es so einen Studiengang gibt. Der Wechsel an eine andere deutsche Hochschule ist allerdings nur möglich, wenn der Student nicht von seiner derzeitigen Hochschule nach drei nicht bestandenen Prüfungen zwangsweise exmatrikuliert wurde.
Eine Fachhochschule als Alternative zur Uni ist nicht zu empfehlen. Wer an der Uni Mathe nicht schafft, der schafft es an der FH auch nicht. Eine gute Möglichkeit hingegen ist eine Fachschule oder ein Oberschulenzentrum. Dort kann ein staatlich geprüfter Abschluss – beispielsweise in Informatik – erworben werden. Und wer schon ein paar Semester an der Uni absolviert hat, dem wird die Zeit an der Fachschule meistens verkürzt.
Möglich ist zudem eine sogenannte Externenprüfung. Für diese braucht der Student trotz Abbruch meist nur noch eine Vorbereitung und kann dann – bei bestandener Prüfung – seinen Abschluss beispielsweise als Industriemechaniker machen. Auch eine Lehre ist eine Alternative, die in Absprache mit dem Unternehmen häufig auch verkürzt werden kann.
Hauptsache man bleibt aktiv. In der Orientierungsphase direkt nach dem Abbruch kann man beispielsweise einen Auslandsaufenthalt, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Praktikum machen.
Beratung gibt es für Studienabbrecher nicht nur bei den Hochschulen und der Bundesagentur für Arbeit, sondern auch bei den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern.
